Ein Mann, eine Gitarre, eine Loop Station: Mehr braucht JOJE live nicht, um eine Halle in seinen Bann zu ziehen. Der Singer-Songwriter aus Seoul stand am ersten Tag der MEX Berlin auf der Main Stage und zeigte, wie viel Atmosphäre ein einzelner Künstler schaffen kann. Wer dabei an Ed Sheeran denkt, liegt mit dem Vergleich gar nicht falsch, denn auch JOJE baut seine Songs live Schicht für Schicht auf. In unserem Bericht erfährst du, wie der Auftritt war, was gespielt wurde und warum man ihm das Busking anmerkt.

JOJE auf der MEX Berlin
- Wann: Freitag, 23.10.2026, 19:00 Uhr
- Wo: Main Stage in Halle 17 auf der MEX Berlin
- Stil: Indie mit Gitarre und Loop Station
- Gespielt: eigene Songs wie „Ambulance”, unveröffentlichte Stücke, die noch in diesem Jahr erscheinen, und Cover wie „APT.” von Rosé und Bruno Mars
- Besonderheit: Es war sein zweiter Auftritt auf einer deutschen Anime-Convention nach der DoKomi in Düsseldorf
- Interview: Wir haben JOJE auf der MEX interviewt, das Video folgt in Kürze
Wer ist JOJE?
JOJE ist ein genreübergreifender Singer-Songwriter aus Seoul. Seine Musik verbindet Indie, elektronische Elemente, Rock und Pop zu einem ganz eigenen Sound. Er ist bereits in ganz Europa und Asien aufgetreten, auf Festivals, in Konzerthallen und auf der Straße, und macht aus jedem Auftritt eine neue Verbindung zum Publikum. Das hört man auch in seiner Musik: gefühlvoll, atmosphärisch und sehr persönlich. Er verwandelt Reisen in Kunst und Erinnerungen in Melodien und lädt sein Publikum in eine Welt ein, in der jede Note einen besonderen Moment trägt.
Für ihn war die MEX bereits der zweite Auftritt auf einer deutschen Anime-Convention, denn auch auf der DoKomi in Düsseldorf stand er in diesem Jahr schon auf der Bühne.
Live Looping und echte Gitarrenskills
Wie bei Ed Sheeran entsteht bei JOJE alles in Echtzeit: Er legt Gitarrenlinien und Rhythmen übereinander, bis aus einzelnen Spuren ein voller Song wächst. Dabei wurde schnell klar, dass die Gitarrenskills definitiv da sind.
Man merkt ihm außerdem an, woher er kommt. Im Netz, etwa auf YouTube und Facebook, gibt es zahlreiche Videos, die ihn beim Busking in Großbritannien zeigen. Diese Straßenmusik-Erfahrung spürt man in seinem Auftritt: Er spielt nicht nur von der Bühne herab, sondern geht auf sein Publikum zu.
Nähe zum Publikum
Eine Bühne ist für JOJE offenbar eher ein Startpunkt als eine Grenze. Mitten im Set verließ er sie, kam in die erste Reihe und suchte den direkten Kontakt zu den Fans. Das wirkte nicht inszeniert, sondern selbstverständlich, und man merkte: Hier spielt jemand, der von der Straße kommt. Wer jahrelang beim Busking Menschen im Vorbeigehen für sich gewinnen musste, weiß, dass Nähe das beste Argument ist.
Der erste Messetag war noch recht entspannt, was JOJE mit viel Humor aufgriff. Er scherzte, dass die Leute weiter hinten doch gern nach vorne kommen dürften, damit es voller wirkt. Mit einem Augenzwinkern machte er so aus der ruhigen Atmosphäre einen Pluspunkt: Aus einer großen Bühnenshow wurde ein fast privates Konzert, bei dem man dem Künstler beim Looping über die Schulter schauen konnte.
Genau diese Mischung aus Humor, Bodenständigkeit und echtem Interesse am Publikum machte den Auftritt so sympathisch. JOJE spielte nicht einfach vor den Leuten, sondern mit ihnen, und das machte aus einem Konzert zwischen Cosplay und Gaming-Hallen einen Moment, der in Erinnerung bleibt.
Setlist: Eigenes, Neues und eine Rosé-Interpretation
JOJE spielte eine Mischung aus eigenen Songs wie „Ambulance“, unveröffentlichten Stücken, die noch in diesem Jahr erscheinen sollen, und Covern. Besonders spannend war seine eigene Interpretation von „APT.“ von Rosé und Bruno Mars, die er komplett in seinen Looping-Stil übersetzte.
Ein Augenzwinkern zum Schluss
Wie er den Abend begonnen hatte, ließ JOJE ihn auch enden: mit einem Scherz. Zum Abschied verriet er dem Publikum, wo man ihn im Netz findet. Natürlich auf X (Twitter) und Instagram, wie man es von einem Musiker erwartet, aber auch auf Tinder und OnlyFans. Eine Pointe, die zu seinem Humor passte: trocken, selbstironisch und genau im richtigen Moment.
Der Gag passte perfekt zu dem, was man den ganzen Auftritt über gespürt hatte. JOJE ist ein Künstler, der sein Handwerk ernst nimmt, sich selbst aber nicht. Schon beim Scherz über die leeren Reihen hatte er gezeigt, dass er mit Situationen gelassen umgeht, und mit dem Abschiedswitz schloss sich der Kreis. Ein Auftritt, der leise und persönlich anfing, endete mit einem Lächeln, und mit dem Gefühl, einen Musiker erlebt zu haben, dem man gern noch länger zugehört hätte.

Interview folgt
Wir haben JOJE auf der MEX außerdem interviewt. Das Video folgt in Kürze, schaut also gern bald wieder vorbei.
Fazit
JOJE live in Berlin war ein ruhiger, warmherziger Start ins MEX-Wochenende: Looping-Kunst, Gitarrenhandwerk, Busking-Charme und ein Publikum, das ihm schnell näher rückte. Wer ihn auf der MEX verpasst hat, sollte sich die Videos aus seiner Busking-Zeit und seine neuen Songs im Lauf des Jahres merken.
Mehr von der MEX Berlin: Unser Bericht zu NCHIVE live in Berlin (kommt bald)







