Jung Jin-Young verzaubert Europa mit purem Glück und großer Bescheidenheit

Die französische Metropole stand in dieser Juniwoche ganz im Zeichen der internationalen Kooperation. Anlässlich des geschichtsträchtigen Jubiläums von 140 Jahren diplomatischer und wirtschaftlicher Beziehungen zwischen Frankreich und Korea gab es in der gesamten Stadt eine Vielzahl hochkarätiger Events. Das unbestrittene Highlight dieser Festwoche fand jedoch am 18. Juni auf der großen Bühne der Korea Expo statt. Hunderte Fans aus ganz Europa reisten an, um einen ganz besonderen Gast zu erleben: den südkoreanischen Schauspieler, Sänger und Produzenten Jung Jin-young.
Schon vor seinem Erscheinen war die Stimmung in den Messehallen elektrisierend. Die Moderatorin kündigte eine „Surprise Visiting“ an und verriet, dass Jin-young bereits im Backstage-Bereich lausche. Als er schließlich unter ohrenbetäubendem Applaus die Bühne betrat, zeigte sich sofort, wie bodenständig und nahbar der sympathische Star geblieben ist. Trotz des langen Fluges am Vorabend verstrahlte er eine ungezwungene Wärme und begrüßte das Publikum direkt auf Französisch.
Um die Atmosphäre noch gemütlicher und intimer zu gestalten, setzten sich die Moderatorin und der Gast erst einmal entspannt für einen ausführlichen Bühnentalk hin. Dabei wurde auch die erste Frage des Interviews gestellt, die sich um Jin-Youngs Beziehung zu der französischen Hauptstadt drehte:
„War dies deine allererste Reise nach Paris?“
Jin-young schüttelte lächelnd den Kopf und verriet, dass er bereits vor rund zehn Jahren einmal als ganz normaler Tourist für den Urlaub hier gewesen sei. Dass er nun im Rahmen der großen wirtschaftlichen Jubiläumswoche als gefeierter Stargast zurückkehren durfte, beschrieb er mit einem einzigen koreanischen Wort, das er strahlend in die Menge rief: „Hengbok“ – Glück. Die Anwesenheit der vielen europäischen Fans, die extra für ihn gekommen waren, mache ihn einfach rundum glücklich.
Im weiteren Verlauf des Gesprächs zeigte sich der Künstler ungemein reflektiert. Aufgewachsen in der Stadt Cheongju, weit weg von Seoul, investierte er schon als Oberschüler jedes Wochenende, um in der Hauptstadt Schauspielkurse zu besuchen. Seine Eltern unterstützten ihn finanziell und mental, was ihm den Weg vom Idol-Sänger zu K-Drama-Erfolgen wie „Love in the Moonlight“ oder „Police University“ ebnete.
Ein besonderer Höhepunkt des Events war ein exklusiver Instagram-Wettbewerb, bei dem drei glückliche Gewinnerinnen die einmalige Chance bekamen, ihre ganz persönlichen Fragen direkt auf der Bühne an Jin-Young zu richten. Die erste Fan-Frage ging dabei tief in die psychologische Facette seiner Arbeit:
„Mit den Jahren sind deine Rollenentscheidungen immer reifer und komplexer geworden. Was war die größte Herausforderung, die dir ein Charakter bis jetzt auferlegt hat, und was hast du beim Spielen über dich selbst gelernt?“
Jin-Young erinnerte sich sofort an sein erstes großes historisches K-Drama (Sageuk) aus dem Jahr 2016 – „Love in the Moonlight“. Es sei eine enorme Herausforderung gewesen, da man in historischen Dramen eine ganz andere, komplexe Sprache nutzt, die im Alltag gar nicht vorkommt. Da es am Anfang seiner Schauspielkarriere lag, habe er durch diese harte Schule extrem viel gelernt und sei als Darsteller gereift. Er lachte, als er zugab, sich nach zehn Jahren nicht mehr an jede exakte Textzeile erinnern zu können, schwärmte aber von der wunderschönen Chemie beim Dreh mit seiner Kollegin Kim Yu-jung.
Neben diesen tiefgründigen Einblicken blieb das Ambiente herrlich bodenständig. Jin-Young sprach offen über seine Fitness-Routine von ein bis zwei Stunden täglich und seine Begeisterung für die französische Kulinarik. Er liebe Champagner, Weißwein und Rotwein gleichermaßen und wolle die verbleibende Zeit in Paris unbedingt nutzen, um ein erstklassiges Michelin-Restaurant zu besuchen.
Auch über seine Zukunftspläne sprach er bereitwillig: Erst im vergangenen Monat startete sein neuer Film „Mr. Shota’s Last Business Dream“ in Korea – eine emotionale koreanisch-japanische Koproduktion, von der er hofft, dass sie bald auf Netflix zu sehen sein wird. Während ihm Rollen in romantischen Filmen wie „The Girl I Loved Back Then“ aufgrund seines eigenen MBTI-Persönlichkeitstyps (ENFP) sehr leichtfielen, brennt er nun darauf, endlich einmal einen echten Bösewicht zu verkörpern. Mit einem herzlichen Dankeschön an seine europäischen Fans verabschiedete sich ein sichtlich gerührter Jung Jin-Young von der Pariser Bühne
WRITTEN BY Elisa Cutullè





